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Spitzen Kandi-Daten – Marvin Pollock für Bremen

Die Flaschenpost interviewt alle Spitzenkandidaten der einzelnen Bundesländer für die Bundestagswahl 2013. Wir fragen genauer nach, was ihre Ziele für Deutschland sind und wie man sie im Wahlkampf unterstützen kann.

Heute: Marvin Pollock

Name Marvin Pollock
Nick Mprof
Alter 24
Wohnhaft in Bremen
Beruf Student, Informatik
Spitzenkandidat in Bremen
Mail marvin.pollock@bremen.piratenpartei.de

Flaschenpost: Warum bist Du der Piratenpartei beigetreten? Was macht für Dich die (Politik der) Piratenpartei aus?

Marvin Pollock | CC BY-SA

Marvin Pollock | CC BY-SA Marvin Pollock

Marvin: Ich bin den Piraten ganz klassisch zu Zeiten der geplanten Internetsperren von Frau von der Leyen beigetreten. Im Hintergrund tauchten bereits erste Informationen zu ACTA auf, die deutlich machten, dass dringend etwas getan werden muss.
Ein Alleinstellungsmerkmal der Piratenpartei ist für mich die Bemühung, eine möglichst hohe echte Beteiligung aller Menschen zu ermöglichen. Aktuell ist das Vertrauen der Menschen in die Politik sehr gering. Das liegt unter anderem daran, dass die meisten Menschen kaum eine Möglichkeit haben, sich jenseits ihres Kreuzes alle vier Jahre in die Politik einzubringen.
Wir wollen und müssen das ändern. Wir müssen Möglichkeiten der Mitbestimmung schaffen und gleichzeitig die Menschen dazu motivieren mitbestimmen zu wollen. Als sozial-liberale Strömung schließt die Piratenpartei eine wichtige Lücke in der politischen Landschaft.

Flaschenpost: Was hat Dich motiviert für den Bundestag zu kandidieren? Was war Dein erster Gedanke, als Du das Listen-Wahlergebnis gesehen hast?

Marvin: Als Spitzenkandidat des kleinen Bundeslandes Bremen ist die Hürde für meinen Einzug in den Bundestag sehr hoch gelegt. Meine Motivation für die Kandidatur ist also primär, die Ideen der Piratenpartei verbreiten zu können und dadurch bundesweit den Wahlkampf zu unterstützen.
Bei der Verkündung des Wahlergebnisses habe ich mich unglaublich gefreut. Die Entscheidung fiel mit genau einer Stimme Unterschied. Es war also bis zum Schluss ein “Kopf-an-Kopf-Rennen” mit unserem Direktkandidaten Robert Bauer.

Flaschenpost: Wie möchtest Du unsere Politik und unser Programm den Wählern näher bringen?

Marvin: Authentisch, ehrlich und direkt. Eine geschickte Mischung aus klassischem Wahlkampf und neuen Herangehensweisen wird hier der Weg zum Ziel sein. Wahlplakate, Podiumsdiskussionen, Infostände und Wahlprüfsteine sind wichtig. Aber gleichzeitig müssen wir auf individuelle einfallsreiche Aktionen setzen, die den Menschen in Erinnerung bleiben.
Wichtig ist es, den Menschen zu zeigen, dass wir ein tolles umfangreiches Programm haben. Leider ist das bei vielen immer noch nicht angekommen.
Wir müssen präsent sein. Sowohl online, als auch offline.

Flaschenpost: Was möchtest Du im Wahlkampf machen und wie kann man Dich dabei konkret unterstützen?

Marvin: Für den Wahlkampf sind viele verschiedene Aktionen geplant. Neben klassischen Infoständen und Podiumsdiskussionen werden wir einen Kandidatenpodcast aufziehen und regelmäßig offen über aktuelle Themen diskutieren oder berichten.
Klasse fände ich, eine Aktion ähnlich der “Wir fahren blau”-Aktion in Hannover in Bremen durchzuführen.
Hinter mir und den beiden Direktkandidierenden Robert und Carolin steht ein klasse Unterstützerteam, bei dem ich zuversichtlich bin, dass wir tolle Aktionen veranstalten werden.

Flaschenpost: Was ist dein thematischer Schwerpunkt?

Marvin: Als Informatiker liegt mir die Netzpolitik am Herzen. Das Internet ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Doch in den letzten Jahren wurde und wird die Freiheit des Netzes immer weiter eingeschränkt. Das große Problem: Entscheidungsträger sind in diesem Falle Menschen, die sich nicht mit der behandelten Materie auskennen. Für die Freiheit der Bürger im Netz hat das, wie jeder inzwischen zu spüren bekommt, fatale Auswirkungen.
Langfristig am wichtigsten erachte ich unsere Programmpunkte zur gesellschaftlichen Teilhabe, denn nur in einem sozial gerechten Staat, in dem Überarbeitung, Niedriglöhne und Existenzängste nicht mehr an der Tagesordnung sind, können sich die Menschen frei entfalten.
Wir sind eine hoch vernetzte Gesellschaft, aber wir schöpfen viele technologische Entwicklungen nicht vernünftig aus. Wir haben die Möglichkeiten, den Menschen die Chance zu geben an der Entwicklung der Gesellschaft teilzuhaben. Wir müssen diese Möglichkeiten lediglich nutzen.

Flaschenpost: Wofür möchtest Du Dich im Bundestag einsetzen, welches Ressort / welche Ausschüsse möchtest Du besetzen?

Marvin: Im Bundestag möchte ich dazu beitragen, unsere Ideen einer solidarischen Gesellschaft zu verbreiten. Mich interessiert daher der Ausschuss für Arbeit und Soziales. Auch der Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe würde mich reizen.

Flaschenpost: Wenn Du eine Sache in Deutschlands Politik ändern könntest – was wäre das?

Marvin: Ein großes Manko des aktuellen Bundestages ist die mangelnde Kenntnis über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Die weltfremde Herangehensweise an die Netzpolitik und der generelle Umgang mit dem Internet wird tiefe Spuren hinterlassen, mit denen wir uns noch lange Zeit beschäftigen werden.
Dieser Vorwurf ist allerdings nicht auf das Internet beschränkt. Ich würde mir wünschen, dass die Politik generell neuen Ideen gegenüber aufgeschlossener wird.
Das weitgehendste Ziel letzten Endes ist es, soziale Gerechtigkeit zu erreichen. Einen spezifischen Punkt zu benennen, der geändert werden muss, damit dies erreicht wird, ist sehr schwer. Viel mehr ist ein Gesamtkomplex an vielen Änderungen von Nöten, um eine menschliche, faire und ehrliche Politik erreichen zu können.

Flaschenpost: Danke für das flauschige Gespräch!

In ein bis zwei Wochen erscheint das nächste Interview, dann mit Jens-Wolfhard Schicke-Uffmann aus Niedersachsen.


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